Raumgestaltung – worauf sollte man achten?

Raumgestaltung – worauf sollte man achten?

Raumgestaltung ist ein aufregendes Thema für jeden, der eine neue Wohnung oder ein neues Haus bezieht. Kaum, dass Sie durch die Eingangstür gehen, beginnt das Kopfkino. Wie wird der Eingangsbereich aussehen, wie das Wohnzimmer, die Küche und das Bad? Dieser Ratgeber gibt Tipps, wie Sie Ihre Räume so gestalten, dass Funktion, Atmosphäre und Identität zusammenspielen und die Zimmer ihren eigenen Charakter erhalten.

Raumgestaltung – worauf sollte man achten?

Einen Raum neu zu gestalten, benötigt Inspiration, Kreativität und einen durchdachten Plan. Damit Sie sich später in Ihrem Zuhause wohlfühlen, sollte der Raum Harmonie ausstrahlen, Charakter besitzen und ästhetisch ansprechend eingerichtet sein. Erzählt er eine Geschichte, haben Sie die wichtigsten Prinzipien der Raumgestaltung erkannt und umgesetzt.

Sehen Sie sich im Internet nach Fachleuten um, die Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie finden etwa in Wechselburg einen Raumausstatter, der Ihnen auf vierhundert Quadratmetern tolle Inspirationen für Ihr Zuhause präsentiert.

Funktion des Raumes

Gehen Sie die Raumgestaltung langsam an. Überlegen Sie zunächst, welche Funktion der Raum bekommen soll. Dient das Wohnzimmer nur der Entspannung und dem Empfang von Gästen, oder soll darin auch gegessen oder gearbeitet werden? Sitzen Sie dort überwiegend vor dem Fernseher oder lesen und handarbeiten Sie auch darin? Abhängig von den Antworten ist der Raum Rückzugsort, Bibliothek, Esszimmer und Arbeitszimmer und möglicherweise auch Schlaf- oder Gästezimmer in einem.

Das Schlafzimmer kann zugleich als Arbeits-, Still- oder Lesezimmer dienen. Küchen dienen als Treffpunkt für die Familie. Deshalb finden sich dort oft Sitzgelegenheiten sowie ein Tisch zum Essen oder zum Hausaufgabenmachen für die Kinder. Erst, wenn Sie bei all diesen Überlegungen zu einem Ergebnis gekommen sind, können Sie weitere Entscheidungen treffen. Diese reichen von den Farben bis zu den Materialien.

Raumgröße und Grundriss

Wie Sie den Raum gestalten und was möglich ist, hängt entscheidend vom Grundriss und der Raumgröße ab. Deshalb ist eine exakte Raumvermessung entscheidend für die Innenraumgestaltung. Die Maße können Sie dazu nutzen, einen Grundriss zu erstellen – manuell auf Millimeterpapier, digital in einer App oder mit anderen Softwarelösungen.

Zum Messen eignen sich Maßbänder, Lineale und Zollstöcke. Moderner und genauer sind jedoch Laser-Distanzmessgeräte und 3D-Scanner. Letztere erfassen den Raum in Form eines dreidimensionalen Modells, das sie zur Erstellung eines virtuellen Modells nutzen können.

Mit dem Grundriss können Sie spielend die Gestaltung des Raumes planen und das Zimmer bei Bedarf in funktionale Bereiche einteilen. Möbel, Raumteiler sowie Schiebetüren und Einrichtungsgegenstände platzieren Sie nach Ihren Vorstellungen und verwerfen Ihre Ideen wieder, bevor Sie es mit einer neuen Variante erneut probieren. Zeichnen Sie auch die Fenster und Türen sowie Elektro- und Wasseranschlüsse ein, um optimal zu planen. Zudem ist es wichtig, die Laufwege breit genug zu halten.

Licht und Beleuchtung

Die Beleuchtung und das natürliche Licht nehmen Einfluss auf die Funktionalität und Atmosphäre eines Raumes. Fachleute empfehlen eine Dreifachbeleuchtung. Diese besteht aus dem Hintergrundlicht, dem Arbeitslicht und dem Akzentlicht.

Ein Raum benötigt zunächst eine Grundbeleuchtung, die ihn gleichmäßig ausleuchtet. Das erreichen Sie mit Deckenlampen oder Einbaustrahlern. Die Arbeitsbeleuchtung besteht abhängig von der Funktion des Raumes aus Schreibtischlampen, Küchenunterbauleuchten oder aus Leselampen. Zur Akzentbeleuchtung wählen sie LED-Streifen, Bilderleuchten und Wandlampen.

Farbgestaltung

Farben beeinflussen die Wahrnehmung des Raumes. Helle Farben eignen sich für kleine Räume, denn sie lassen diese größer und luftiger wirken. Dunkle Farben stehen dagegen für Gemütlichkeit.

Zudem beeinflussen Farben die Emotionen. Kühle Farben wie Blau, Olivgrün und Türkis eignen sich für Schlafzimmer, Badezimmer und Arbeitszimmer, denn sie wirken beruhigend, erfrischend und entspannend. Mit Blau assoziieren die meisten Menschen den Himmel und das Wasser. Evolutionär sind die Elemente mit Ruhe und Sicherheit verbunden.

Warme Rot-, Gelb- und Orangetöne empfehlen sich für das Wohnzimmer. Gelbtöne haben verschiedene Vorteile: Sonnengelb verstärkt die Energie und den Optimismus, wohingegen Creme- und Pastellgelb die soziale Interaktion und die Kommunikation fördern. Nehmen Sie jedoch Abstand von Neongelb, denn diese Farbe ermüdet die Augen und löst Angstgefühle aus.

Rottöne wirken physiologisch aktivierend. Sie eignen sich als Akzentfarben für Zonen, die dynamisch und energetisierend wirken sollen. Orangetöne passen ins Wohnzimmer, weil sie die Kommunikation fördern, indem sie soziale Hemmungen reduzieren. Pfirsich- und Apricot-Töne verbreiten eine einladende Stimmung. Dagegen wirken sich Kürbis-Orange und Tangerine positiv auf die Energie und auf den Appetit aus.

Neutrale Farben können Sie in allen Räumen als Basisfarbe verwenden. Streichen Sie den Raum in Grau, Beige oder in Weiß, wirkt er vielseitig und elegant. Zudem sind neutrale Farben vielseitig und mit anderen Tönen kombinierbar.

Der viel zitierte Innenarchitekt Fabian Freytag setzt bei der Raumgestaltung auf Kontraste mit Augenmaß. Er empfiehlt, auf RAL-Töne zu verzichten. RAL steht für Reichsausschuss für Lieferbedingungen. Die bekanntesten Farben der RAL-Farbkarte sind Beige, Sandgelb, Beigerot, Feuerrot, Patinagrün, Fenstergrau und Schwarz. Statt auf RAL-Farben sollten Sie auf Farben mit Weißanteil zurückgreifen, denn dadurch wirken diese feiner und weicher. Zudem rät er, sich bei der Anzahl der Farben auf zwei zu beschränken.

Möblierung

Ein bedeutender Teil der Raumgestaltung ist die Möblierung. Dabei kommt es darauf an, eine Balance zwischen Ästhetik und praktischen Aspekten zu finden. Freytag empfiehlt, jedes Möbel auf seinen Nutzen hin zu untersuchen. Werden Sie den Sessel wirklich verwenden? Fühlen Sie sich darin wohl, weil er eine Geschichte erzählt? Gleich ob alt oder neu – entscheiden Sie, ob das Möbel bleibt oder ob es in Ihrer Wohnung keinen Platz mehr hat. Nur ein genutztes Objekt, das lebt, kann den Raum emotional bereichern und dem Raum Persönlichkeit verleihen.

Zudem rät Freytag dazu, Inseln zu bilden und zwischen ihnen ausreichend Platz zu lassen. Schaffen Sie im Raum Zonen, die Gespräche erleichtern, aber auch Bereiche, in denen Sie Ruhe finden oder in denen Sie arbeiten können. Die Zonen können Sie mit Pflanzen, Regalen oder Vorhängen vom übrigen Raum abgrenzen.

Bei der Wahl der Möbel sind neben Stil und Design die Qualität entscheidend, denn sie beeinflusst die Langlebigkeit und den Komfort.

Akustik und Raumklima

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen mit Ihren Freunden gemütlich in Ihrer neuen Wohnung zusammen und feiern Sie den Einzug. Doch dieses Mal ist alles anders. Früher kamen verständliche Gespräche zustande – heute sind ihre Gegenüber kaum zu verstehen. Das Zuhören strengt an und immer wieder gibt es Missverständnisse. Der Grund ist die schlechte Akustik in den neuen Räumen. Sie beeinflusst die Lebensqualität.

Die Akustik lässt sich mit schweren Vorhängen, Teppichen und Akustikplatten aus schallabsorbierenden Materialien verbessern. Doch auch Bücherregale und Polstermöbel verbessern den Klang im Raum, indem sie den Schall brechen und dadurch eine Reflexion verhindern. Meiden Sie zudem harte Oberflächen und verwenden Sie stattdessen weiche Materialien. Auch mit Pflanzen und dunklen Farben können Sie die Akustik positiv beeinflussen, denn diese schlucken die Geräusche.

Stil und Atmosphäre

Räume, die Sie in Ihrem Stil einrichten, spiegeln Ihre Persönlichkeit wider. Zudem beeinflusst der Stil die Atmosphäre im Raum. Richten Sie Ihr Wohnzimmer etwa skandinavisch ein, schaffen Sie eine behagliche Atmosphäre mit einem beruhigenden Wohngefühl.

Eine Gestaltung des Raumes im Ethno-Style spiegelt Ihre Reisefreudigkeit wider. Widersprüchliche Personen, die es zugleich glamourös, natürlich und unkonventionell lieben, richten ihr Zuhause im Boho-Stil ein. Leichtigkeit finden Sie in Räumen, die im Retro-Pop-Stil eingerichtet sind.

Fazit

Einen Raum zu gestalten, benötigt Sinn für Ästhetik, Kreativität und das Wissen um die Grundlagen der Raumgestaltung. Dabei kommen praktische und emotionale Aspekte zum Tragen. Ziel ist es, unter Berücksichtigung von Faktoren wie Licht, Farben, Funktion sowie der Raumgröße einen funktionalen und ästhetisch ansprechenden Raum zu schaffen. Weitere Einflussfaktoren sind die Möbel, der Wohnstil und die Akustik. Nehmen Sie sich Zeit für die Planung, damit ein einladender, komfortabler Raum entsteht, der Ihren individuellen Bedürfnissen entspricht.

 

Foto: Graphic Resources / stock adobe