Schiebetor im Garten: Materialien und Unterschiede

Schiebetor im Garten: Materialien und Unterschiede

Ein Schiebetor im Garten wertet das Grundstück auf und bietet Sicherheit vor unbefugtem Zutritt. Zudem verhindert es, dass Kinder vom Grundstück aus unkontrolliert auf die Straße laufen, weil sie etwa einem Ball hinterherjagen. Schiebetore, die den Garten von der Straße abgrenzen, sollten sich der Umgebung anpassen, was durch die richtige Auswahl des Materials gelingt. In diesem Ratgeber lesen Sie, aus welchen Materialien die Schiebetore für den Garten bestehen können und welche Unterschiede es gibt.

Welches Schiebetor aus welchem Material passt zu meinem Garten und welche Unterschiede gibt es?

Die Suche nach einem passenden Schiebetor für den Garten ist eine Herausforderung, denn die Auswahl ist groß. Für jeden Geschmack und jeden Stil hält der Handel eine Lösung bereit.

Unterschiede gibt es bei der Konstruktion und dem Design, beim Material und dem Führungssystem, bei der Sicherheit und den Funktionen, bei der Tragfähigkeit sowie bei der Montage und dem Fundament. Auch beim Antrieb haben Sie eine Auswahl.

Unterschiede der Gartenschiebetore im Design

Zu zeitgenössischen Gartenlandschaften passen moderne Gartenschiebetore mit horizontalen Streben. Oder besitzen Sie ein Gartengrundstück, das Sie vor fremdem Zutritt und neugierigen Blicken schützen möchten? Diese Funktionen weisen stabile Schiebetore mit doppelter Füllung auf. Deren Vorteile liegen in der Langlebigkeit, der ansprechenden Optik und dem minimalen Wartungsaufwand. Einer großen Auswahl stehen Sie gegenüber, wenn Sie sich für klassische Schiebetore entscheiden. Diese passen zu traditionellen und ländlichen Umgebungen.

Welche Materialien eignen sich für ein Schiebetor im Garten und wie wirken sie sich auf die Langlebigkeit und Wartung aus?

Welches Material Sie für Ihr Schiebetor im Garten wählen, hat Auswirkungen auf die Optik, auf den Wert des Grundstücks sowie auf seine Nutzungsmöglichkeiten. Zudem beeinflusst das Material die Langlebigkeit des Tors sowie den Umfang und die Häufigkeit der Wartung.

Holz

Garten und das natürliche Material Holz harmonieren miteinander. Es wirkt warm und hochwertig, aber nie langweilig, denn jedes Holz hat eine andere Maserung. Sie können es Ihrem Stil entsprechend durch Beizen und Lasieren verändern. Zudem lässt es sich einfach bearbeiten, sodass die Tore unterschiedliche Formen annehmen. Das Aussehen können Sie individuell durch Fräsungen oder mit Zierprofilen verändern. Zudem passt ein Metallrahmen zu einem Gartenschiebetor aus Holz. Das fertige Tor wirkt schalldämmend und bietet je nach Gestaltung einen hohen Sichtschutz.

Schiebetore für den Garten aus Holz benötigen viel Aufmerksamkeit, denn sie sind witterungsempfindlich. Ohne Schutz entstehen Schäden durch Feuchtigkeit, UV-Strahlung, Frost und Insektenbefall. In dessen Folge verzieht sich das Holz, schwindet oder quillt auf. Zudem besteht das Risiko einer Rissbildung oder der Fäulnis. Deshalb braucht es regelmäßig einen Anstrich mit Holzöl, UV-stabiler Lasur oder mit einer deckenden Schicht PU-Lack.

Experten empfehlen für Gartenschiebetore das Holz von der Lärche, der Eiche, der Douglasie sowie das nachhaltige Holz Accoya. Letzteres ist extrem widerstandsfähig gegen Salz und Feuchtigkeit. Kiefern- und Fichtenholz sollte vor dem Außeneinsatz sorgfältig mit einer Oberflächenbeschichtung geschützt werden.

Bei regelmäßiger Wartung überdauert ein Schiebetor im Garten zwanzig bis dreißig Jahre.

Stahl

Gartenschiebetore aus Stahl eignen sich für stark frequentierte und breite Zugänge zum Gartengrundstück. Das Material ist stabil, langlebig und widerstandsfähig. Sie haben die Wahl zwischen Produkten aus Kohlenstoffstahl und Modellen aus rostfreiem Stahl. Durch die Rostfreiheit bleibt die Optik des Gartenschiebetors dauerhaft erhalten.

Schiebetore aus Stahl überdauern 25 bis 40 Jahre. Die Lebensdauer hängt von der Qualität der Verzinkung und der Lackierung ab sowie von der Häufigkeit der Nutzung, dem Rostschutz und der Region, in der Sie leben. Salzluft greift das Material an. Schiebetore aus Stahl sollten alle fünf bis 15 Jahre neu beschichtet oder verzinkt werden. Einmal jährlich empfiehlt es sich, das Tor auf Schäden zu überprüfen. Ist die Beschichtung angegriffen, sollte sie sofort nachgebessert werden. Hat sich Rost gebildet – was bei minderer Qualität vorkommen kann –, schleifen Sie die Oberfläche an und beschichten sie neu.

Eloxiertes oder pulverbeschichtetes Aluminium

Gartenschiebetore aus Aluminium gibt es in vielen Designs, denn das Material lässt sich einfach formen. Ein weiterer Vorteil ist das geringe Gewicht sowie die Korrosionsbeständigkeit des Materials. Das leichte Material belastet die Laufrollen weniger stark als Stahl. Dies wirkt sich positiv auf die Lebensdauer aus. Achten Sie jedoch darauf, dass die Verbindungselemente aus nicht rostendem Stahl bestehen.

Schiebetore für den Garten aus Aluminium überdauern dreißig bis fünfzig Jahre, wenn sie von hoher Qualität sind. Die Lebensdauer hängt von der Legierung und der Wandstärke ab sowie von der Oberflächenbehandlung (Eloxal oder Pulverbeschichtung). Zudem wirken sich die mechanische Belastung sowie Salznebel auf die Haltbarkeit aus.

Schiebetore aus PVC oder WPC/Komposit

Schiebetore aus Kunststoff sind rostfrei und wartungsarm. In Farbe und Form sind sie vielfältig, was es ermöglicht, die Schiebetore an die Umgebung anzupassen. Aufgrund ihres geringen Gewichts lassen sie sich einfach installieren. Berücksichtigen Sie beim Kauf die UV- und Wetterbeständigkeit. Zudem empfiehlt es sich, das Gartenschiebetor regelmäßig mit einem milden Reinigungsmittel zu säubern und auf Risse zu untersuchen. Außerdem verlängern Sie die Lebensdauer, wenn Sie einmal jährlich die Laufräder, Rollenlager und Schienen kontrollieren, säubern und schmieren.

Ein Kunststoff-Schiebetor für den Garten hält bei guter Wartung und Pflege zwanzig bis 25 Jahre. Häufige Nutzung, Stöße und schwere Belastungen verkürzen die Lebensdauer. Es zahlt sich aus, beim Kauf auf Qualität zu achten. Ein fehlender UV-Schutz verkürzt die Haltbarkeit um zehn Jahre. Kunststoff-Schiebetore von geringer Qualität zeigen frühe Alterserscheinungen. Zudem verfärben sie sich und werden spröde. Lebensverkürzend sind zudem hohe Temperaturschwankungen, salzige Luft sowie starke Sonneneinstrahlung.

Bedienung der Schiebetore: manuell oder elektrisch

Die Frage, ob Sie ein manuelles oder elektrisches Schiebetor einbauen, ist eine Frage der Bequemlichkeit und des Preises. Manuell zu bedienende Schiebetore besitzen einen manuellen Schließmechanismus. Diese schließen Sie wie ein herkömmliches Tor mit einem Schlüssel ab. Komfortabler ist ein elektrischer Torantrieb, der per Funkhandsender gesteuert wird. Wurde das Schiebetor ins Smarthome eingebunden, öffnen und schließen Sie das Tor über eine App, per Sprachbefehl oder über eine Zeitautomatik.

Die Konstruktion: ein- oder zweiflügelig?

Ob für Sie ein ein- oder zweiflügeliges Gartenschiebetor infrage kommt, hängt von Ihrem Platzbedarf ab und davon, wie breit das Tor werden soll. Üblich sind einflügelige Schiebetore, bei denen sich ein großes Tor zu einer Seite wegschiebt. Voraussetzung dafür ist das Vorhandensein von seitlichem Platz, der sich aus mindestens der Torbreite und einem Einlaufüberhang zusammensetzt. Der Vorteil eines einflügeligen Gartenschiebetors liegt darin, dass die Technik einfacher ist als bei einem zweiflügeligen Gartenschiebetor. Es ist nur ein Antrieb nötig. Deshalb fallen auch die Kosten geringer aus.

Denkbare Einsätze für zweiflügelige Gartentore, bei denen sich die beiden Torflügel spiegelverkehrt nach links und rechts schieben, sind sehr breite Einfahrten oder ein zu geringer Platzbedarf an einer Seite. Dadurch, dass das Tor aus zwei Flügeln besteht, wird seitlich jeweils nur die Hälfte des Platzes gebraucht, der bei einem einflügeligen Schiebetor erforderlich ist.

Zweiflügelige Schiebetore benötigen eine umfangreichere Technik, da zwei Motoren synchron gesteuert werden müssen. Zudem sind doppelte Fundamentarbeiten an den Außenseiten erforderlich.

Unterschiede bei den Führungssystemen, bei der Montage und dem Fundament

Bei den Schiebetoren als Zugang in den Garten sind zwei Systeme mit unterschiedlichen Anforderungen an Fundament und Montage zu unterscheiden. Freitragende und schienengeführte Schiebetore (Bodenlauftore).

Bodenlauftore laufen über kugelgelagerte Laufrollen auf einer Bodenschiene, die in die Einfahrt eingelassen oder aufgedübelt wird. Halt bekommt das Tor durch eine oben angebrachte Führungsstufe. Für diese Art Schiebetor benötigen Sie eine absolut waagerechte Fläche. Andernfalls rollt ihnen das Tor selbsttätig davon. Zudem erfordert ein Bodenlauftor ein Fundament, das mindestens so breit ist wie die Torbreite und der seitliche Rücklaufbereich (Überhangbereich). Damit das Bodenlauftor zuverlässig funktioniert, müssen Sie die Laufrollen und die Schienen regelmäßig von Schmutz, Laub, Eis und Schnee befreien.

Freitragende Schiebetore sind dagegen nicht anfällig für Behinderungen durch Schmutz, Schnee, Eis und Laub, da sie über dem Boden schweben. Das Tor wird an einem stabilen Rahmen aufgehängt. Der Vorteil: Das Schiebetor funktioniert auch bei Bodenunebenheiten einwandfrei.

Anders als bei Bodenlauftoren sind freitragende Schiebetore auf Rollenblöcken gelagert. Diese sind außerhalb der Durchfahrt fest im Boden verankert. Die Laufschiene ist verdeckt im Unterteil des Torrahmens installiert. Halt bekommt das frei laufende Schiebetor durch eine obere Führungsrolle.

Freitragende Schiebetore benötigen ein tiefes, massives Betonfundament auf der Seite der Einfahrt, in die das Tor öffnet.

Tragfähigkeit

Freitragende und schienengeführte Schiebetore unterscheiden sich in der Tragfähigkeit. Schienengeführte Tore verteilen das Gewicht in den Boden und können hohe Gewichte tragen.

Bei den freitragenden Toren hängt die Tragfähigkeit von der Größe der Rollenböcke und dem Fundament ab. Je schwerer das Tor ist, desto größer müssen diese sein. Wichtig ist es, dass die freitragenden Gartenschiebetore so konstruiert sind, dass sie sich nicht durchbiegen.

Sind elektrisch betriebene Schiebetore gefährlicher als manuell betriebene?

Elektrische Schiebetore bergen ein Risiko für den Nutzer. Durchschreiten oder durchfahren Sie das geöffnete Tor, besteht die Gefahr, dass es sich aufgrund einer gestörten Technik frühzeitig schließt. Die Folgen könnten Quetschungen sein.

Damit dies nicht geschieht, dürfen in Europa keine elektrischen Tore betrieben werden, die nicht der DIN EN 12543 entsprechen. Die Norm besagt, dass die Tore mit einer aktiven Sensorik ausgestattet sein müssen. Dazu gehören Kontaktschienen, Kraftbegrenzung und Lichtschranken. Funktioniert alles wie es soll, stoppt das Tor sofort, sobald die Sensoren den geringsten Widerstand bemerken.

Durch diese Technik ist ein regelmäßig gewartetes Schiebetor sicherer als ein manuell betriebenes Tor, das im Wind zuschlägt oder unkontrolliert vom Nutzer zugeschoben wird.

Foto: ©AR / stock adobe