Plissee – Arten und Befestigungsmöglichkeiten

Plissee – Arten und Befestigungsmöglichkeiten

Plissees sind in deutschen Haushalten beliebt und sie schafften es, sich gegen starre Rollos und klassische Gardinen durchzusetzen. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, was Plissees sind, welche Arten es gibt und mit welchen Methoden Sie diese an Ihre Fenster anbringen können.

Was ist Plissee?

Plissee ist ein innen liegender Behang fürs Fenster mit dekorativer Wirkung. Zudem kann es als Sicht-, Blend- oder Sonnenschutz dienen. Charakteristisch für ein Plissee sind seine Falten, von denen es seinen Namen hat, denn das Wort stammt aus dem Französischen und heißt auf Deutsch „gefaltet“. Synonyme Begriffe sind: Faltstore, Faltenstore, Faltgardine, Faltenjalousie und Faltvorhang. Manche Hersteller, Händler und Käufer bezeichnen sie mit den Namen Plissee-Rollo, Plisseejalousie, Plisseestore oder Plisseevorhang.

Zur Herstellung von Plissees können verschiedene Stoffe verwendet werden. Beispiele sind Trevira CS, Baumwolle und Polyester. Ebenso wählen Käufer aus einer Vielzahl von Mustern und Farben. Gemein haben die Plissees, dass die Hersteller die flachen Textilien mit eingepressten, künstlich gebildeten Falten mit einer Tiefe von 16 bis 30 Millimetern versehen. Die Standardhöhe beträgt zwanzig Millimeter. Die Falten bestehen – abhängig von den gewählten Materialien – auf Dauer oder nicht. Dauerhaft plissierte Stores bestehen aus thermofixierbaren Stoffen aus Chemiefasern. Beispiele sind erdölbasiertes Polyester und Acetat. Letzteres ist ein Polymer aus pflanzlicher Zellulose. Wie viel Licht der Store durchlässt, hängt von der zusätzlichen Beschichtung ab.

Ein Plissee ähnelt einem Rollo, denn es ist seitlich verspannt und verwandelt sich beim Hochziehen in ein niedriges Paket. Zudem gibt es freihängende Plissees. Erhältlich sind die Stores für verschiedene Fensterformen. Deshalb eignen sie sich auch für trapezförmige Fenster sowie für Rundbogen- und Dreieckfenster.

Welche Plissee-Arten gibt es?

Käufer finden in den Fachgeschäften online wie offline verschiedene Arten von Plissees vor. Diese haben jeweils unterschiedliche Eigenschaften und Funktionen.

Das multifunktionale Wabenplissee

Vielseitig in seinen Funktionen ist das Wabenplissee, welches auch unter dem Namen Duette-Plissee Bekanntheit erlangte. Dieses besteht aus zwei Stoffbahnen, die an bestimmten Punkten miteinander verbunden werden. Dabei entstehen luftdurchlässige Hohlräume, die von ihrer Form her Waben ähneln. Durch diese Luftkammern erhält das Wabenplissee verschiedene Eigenschaften. Es entstehen Barrieren gegen Schall, Wärme, Kälte und Energie. Durch verschiedene Thermobeschichtungen lassen sich diese Effekte verstärken.

Ein paar Beispiele für die Multifunktionalität der Wabenplissees: Zirkuliert bei hohen Temperaturen die warme Luft durch die Waben, entsteht ein Luftaustausch mit einem kühlenden Effekt auf die Raumtemperatur. Ebenso nützlich erweist sich das Wabenplissee bei kühlen Temperaturen. Denn die wabenförmigen Hohlräume bilden eine „Energie-Wand“, die die Wärme im Raum reflektiert und in den Raum zurückgibt. Dadurch ergibt sich ein Spareffekt bei den Energiekosten. Zudem sind Wabenplissees durch ihre Konstruktion in der Lage, den Schall zu absorbieren. Dadurch wirken Gespräche gedämpfter und sind besser verständlich, weil es weniger hallt.

Ein weiterer Vorteil von Wabenplissees im Vergleich mit einlagigen Plissees liegt in der besseren Fähigkeit, den Raum zu verdunkeln.        Bei normalen Plissees gelingt die vollkommene Verdunkelung nicht, da sie seitlich und unten Licht durchlassen. Bei den Wabenplissees sind die Stanzlöcher jedoch so verborgen, dass kein Licht hindurchkommt. Auch im unteren Bereich sind sie lichtundurchlässig.

Zudem sind Wabenplissees eine willkommene Lösung für Menschen, die zu Hause viel am Bildschirm sitzen. Denn durch die Plissees können sie blendfrei arbeiten, recherchieren oder spielen.

Das Tag-Nacht-Plissee – eine Lösung für beide Tageszeiten und individuelle Bedürfnisse

Ein Tag-Nacht-Plissee besteht aus zwei Stoffen, die sich durch ein besonderes Schienensystem kombinieren lassen. Einer der Stoffe lässt beispielsweise am Tag das Licht durch und besitzt eine Sonnenschutzfunktion, der andere Stoff ist lichtundurchlässig und dient daher der Verdunkelung in der Nacht.

Diese Art Plissee – auch als Duo- oder Doppelplissee bekannt – kann zudem durch die Wahl eines Sichtschutzstoffes vor fremden Blicken schützen. Welche Art von Stoffen Sie für Ihr Tag-Nacht-Plissee wählen, hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen ab. Es ist möglich, diese beliebig zu kombinieren.

Verdunkelungsplissees

Verdunkelungsplissees sind so beschaffen, dass lediglich Licht durch die Spannschnurlöcher, die seitlichen Lichtschlitze und unten durchdringen kann. Sie dunkeln den Raum dennoch weitgehend ab. Wer jedoch völlige Dunkelheit benötigt, sollte zu lichtundurchlässigen Wabenplissees greifen. Verdunkelungsplissees eignen sich für Heimkinos und Schlafzimmer.

Dim-out- und lichtdurchlässige Plissees gegen neugierige Blicke

Dim-out-Plissees sind vollkommen blickdicht bei Tag und bei Nacht und sogar bei hell beleuchteten Innenräumen. Das Plissee dient gleichzeitig als Blendschutz. Es dunkelt den Raum geringfügig ab, verdunkelt ihn aber nicht vollständig.

Lichtdurchlässige Plissees bieten ebenfalls bei Tag und Nacht einen umfassenden Sichtschutz. Sie lassen tagsüber Licht in den Raum, sind aber dennoch blickdicht. Im Gegensatz zu den Dim-out-Plissees lässt die lichtdurchlässige Variante in den Abend- und Nachtstunden bei heller Beleuchtung Schatten und Umrisse erkennen.

Dekorative transparente Plissees für alle, die neugierige Blicke nicht fürchten

Transparente Plissees eignen sich für all jene, die viel natürliches Licht im Raum bevorzugen und dabei wenig Wert auf einen Sichtschutz legen. Das Plissee hat einzig eine dekorative Wirkung.

Frei hängendes Plissee versus verspanntes Plissee

Bei Kauf eines Plissees haben Sie die Wahl zwischen einem verspannten und einem freihängenden Plissee. Welche Art für Sie die richtige ist, hängt vom Fenstertyp ab und davon, welche Bedienungsart Sie bevorzugen.

Standard ist das verspannte Plissee, das Sie mit Schnüren unten und oben am Fensterflügel befestigen. Sie befestigen das Plissee, ohne zu bohren oder zu schrauben. Sie bedienen es, indem Sie es an den angebrachten Griffen nach oben oder unten schieben (Top-Down/Bottom-Up). Es eignet sich beispielsweise für Schiebetüren und andere große Fensterflächen.

Das freihängende Plissee lässt sich dagegen wie ein Rollo mithilfe eines Kettenzuges oder einer Endlosschnur bedienen. Von Nachteil ist, dass es schwingt und daher bei Durchzug klappern kann.

Befestigungsmöglichkeiten für Plissees

Die Art, wie Sie ein Plissee befestigen, nimmt Einfluss auf dessen Haltbarkeit und auf das Design. Zudem muss es einfach zu bedienen sein und fehlerfrei funktionieren. Um die richtige Wahl zu treffen, bestimmen Sie zunächst den Ort, an dem die Halterungen befestigt werden sollen. Gängig ist die Befestigung am Fensterflügel undan der Tür- oder Fensterfalz. Diese Fensterrahmenmontage ist besonders praktisch bei Verdunkelungsrollos, da das Plissee auch Teile des Rahmens abdeckt und dadurch weniger Licht durchlässt. Öffnen Sie das Fenster, bewegt sich das Plissee mit. Entscheiden Sie sich für die stabile Variante, benötigen Sie zum Befestigen Schraub- oder Klemmträger. Diese Art der Befestigung eignet sich für Kunststofffenster, Holzfenster und Aluminiumfenster. Mit Klemmträgern befestigen Sie das Plissee, ohne zu bohren oder zu schrauben.

Eine andere Möglichkeit der sanften Montage ist, direkt am Fensterglas zu montieren. Dazu verwenden Sie Saugnäpfe. Zudem können Sie sich für die Glasleistenbefestigung entscheiden. Der Vorteil besteht darin, dass die Halterungen nicht sichtbar sind und Sie die Glasscheibe nicht beschädigen. Zudem fördert diese Art der Montage den Sonnen- und Sichtschutz. Der Nachteil: Diese Art der Befestigung eignet sich nicht für Mietwohnungen, da Sie in den Fensterrahmen bohren müssen und ihn dadurch beschädigen.

Eine für Mietwohnungen geeignete Art der Befestigung von Plissees ist die Klebemontage. Für eine lange Haltbarkeit der Klebeplatten ist es wichtig, dass der Untergrund sauber und fettfrei ist. Beim Entfernen verbleiben Rückstände am Fensterrahmen, die sich jedoch mit einem Lösungsmittel rückstandslos entfernen lassen.

Plissee richtig ausmessen und auswählen

Die Art, wie Sie Ihr Fenster zur Anbringung von Plissees richtig ausmessen, hängt davon ab, für welche Montageart Sie sich entscheiden.

Wählen Sie die Montage in der Glasfalz, also direkt vor der Scheibe, sollten Sie exakt vorgehen. Zunächst messen Sie die lichte Breite oben, unten und in der Mitte. Anschließend ziehen Sie vom kleinsten Maß vier bis fünf Millimeter ab. Dadurch verhindern Sie ein Schleifen des Plissees. Danach messen Sie die lichte Höhe der Glasscheibe inklusive Gummidichtung.

Für eine Montage mit Klemmträgern messen Sie die Breite der Scheibe inklusive der Dichtungen. Zu diesem Wert addieren Sie zwei bis vier Zentimeter als Überstand hinzu. Anschließend messen Sie die Gesamthöhe des Fensterflügels von der Oberkante bis zur Unterkante des Rahmens.

Vor dem Kauf überlegen Sie sich genau, welche Funktion Ihr Plissee erfüllen soll, denn davon hängt die Wahl des Stoffes ab. Sie entscheiden sich zwischen blickdichten Dim-out-Varianten sowie zwischen lichtdurchlässigen, vollkommen transparenten und verdunkelnden Varianten. Mögen Sie es komplett dunkel und möchten Sie Energie sparen, ist ein Wabenplissee die richtige Wahl.

 

Foto: ©Ashgan / stock adobe