Wintergarten planen – was beachten?
Ein Wintergarten wertet das Haus auf, sofern Sie ihn gut planen. Er vergrößert die Wohnfläche Ihres Hauses und erlaubt es dennoch, der Natur nahe zu sein. Damit Ihr Vorhaben gelingt und Sie demnächst in einem behaglichen Wintergarten sitzen können, lesen Sie in diesem Ratgeber, was Sie beachten sollten, wenn Sie Ihren Wintergarten planen.
Wintergarten planen – was ist zu beachten?
Hinter dem Wunsch, einen Wintergarten zu besitzen, steckt auch immer der Gedanke, der Natur das ganze Jahr über nahe zu sein. Damit Sie den Komfort eines Wintergartens genießen können, benötigt das Bauvorhaben eine gute Vorbereitung.
Zunächst steht die Frage im Raum, welche Art Wintergarten Sie sich vorgestellt haben. Soll ein Warm- oder Kaltwintergarten Ihren Wohnraum erweitern? Wie möchten Sie diesen nutzen? Soll er lediglich ein sicherer Ort zur Überwinterung für Ihre Kübelpflanzen sein, oder möchten Sie ihn als zweites Wohnzimmer einrichten? Beabsichtigen Sie, ihn in einen gemütlichen Rückzugsort zu verwandeln, oder soll er als Fitnessraum sein Dasein fristen?
Bedenken Sie bei Ihrer Planung, dass Sie in ein Projekt investieren, von dem Sie jahrzehntelang profitieren. Deshalb empfiehlt es sich, der Materialwahl ebensolche Beachtung zu schenken wie der Festlegung des Standorts. Zudem ist die Klimatisierung ein Thema, wenn Sie einen Wintergarten für Ihr Zuhause planen.
Baugenehmigung und rechtliche Vorgaben prüfen
Haben Sie sich eine Vorstellung von Ihrem Wintergarten gemacht, prüfen Sie die rechtlichen Vorgaben und ob Sie eine Baugenehmigung benötigen. Wenden Sie sich dazu an die örtliche Baubehörde oder an eine Fachfirma. Zudem empfiehlt sich ein Blick in den Bebauungsplan. Dieser legt die erlaubten Maße fest, macht Vorgaben für die äußere Gestaltung und bestimmt, welchen Abstand der Anbau zum Nachbargrundstück haben muss. Möchten Sie näher an das Grundstück bauen, kommt das Nachbarschaftsrecht zur Anwendung. Denn dann brauchen Sie die Zustimmung des Nachbarn.
Daneben spielt der Denkmalschutz eine Rolle. Wohnen Sie in einem historischen Gebäude, erhalten Sie die Baugenehmigung nur in seltenen Fällen. Eine weitere Hürde stellt das Energierecht dar, denn Neu- und größere Umbauten müssen die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erfüllen.
Standort und Ausrichtung optimal wählen
Zu den wichtigsten Dingen bei der Planung eines Wintergartens gehören die Standortwahl und die Ausrichtung des Gebäudes. Ihre Möglichkeiten dazu sind durch bauliche Gegebenheiten und durch die Beschaffenheit des Grundstücks begrenzt.
Beabsichtigen Sie, einen Anbau zu schaffen, in den ein Maximum an Sonne hereinkommt, wählen Sie die südliche Ausrichtung. Ein solcher Wintergarten kommt durch die intensive Sonneneinstrahlung in den Übergangsmonaten ohne Heizung aus. Doch brauchen Sie in den Sommermonaten unbedingt einen Sonnenschutz, damit der Anbau nicht überhitzt. Zusätzlich benötigen Sie eine gute Belüftung.
Haben Sie nur Platz für einen nördlich ausgerichteten Wintergarten, mangelt es bei diesem an direkter Sonneneinstrahlung. Die Temperaturen bleiben gleichmäßig. Eine Überhitzung ist unwahrscheinlich. Dadurch benötigen Sie in kalten Monaten eine Heizung, damit Sie in dem Wintergarten wohnen können. Stellen Sie dort nur Pflanzen hinein, die mit wenig Sonne auskommen.
Auch Wintergärten mit östlicher oder westlicher Ausrichtung haben Vor- und Nachteile. Steht Ihr Wintergarten auf der Ostseite, scheint dort die Sonne nur morgens hinein. Dies sind jedoch gute Bedingungen für einen Frühstücksraum oder für ein Büro.
In einem westlich ausgerichteten Wintergarten profitieren Sie am Nachmittag von der Sonne. Jedoch droht auch hier wie bei einem Südbalkon eine Überhitzung. Deshalb brauchen Sie eine gute Beschattung.
Materialwahl: Holz, Aluminium oder Kunststoff
Nachdem Sie wissen, wo Ihr Wintergarten stehen soll und welche Ausrichtung er hat, steht die Wahl des Materials an. Davon hängt ab, wie funktional und langlebig das Objekt sein wird. Zudem sollte das Material oder Kombinationen davon zum Haus passen sowie Ihren eigenen Vorlieben entsprechen. Machen Sie bei der Materialwahl alles richtig, steigern Sie mit dem Wintergarten den Wert Ihres Hauses.
Wintergärten aus Holz – nachhaltig und ästhetisch
Verwenden Sie den natürlichen Rohstoff Holz für Ihren Wintergarten, bringen Sie damit zum Ausdruck, dass Sie Nachhaltigkeit und Ästhetik schätzen. Denn Holz wirkt warm, einladend und schafft mit seinen Isoliereigenschaften die Voraussetzung für ein angenehmes Raumklima und niedrige Energiekosten.
Am besten eignet sich das Holz der Lärche für einen Wintergarten, denn es ist robust, wetterbeständig und benötigt wenig Pflege. Mit einer extremen Langlebigkeit wartet das Eichenholz auf. Zudem ist es gegen Pilze und Schädlinge resistent. Mehr Pflege benötigt ein Wintergarten aus dem Holz der Kiefer. Dieses ist jedoch günstig in der Anschaffung.
Die Langlebigkeit und Funktionalität des Wintergartens aus Holz erhalten Sie, wenn Sie die Oberflächen regelmäßig zum Schutz vor Witterungseinflüssen und Schädlingen mit einem geeigneten Pflegemittel streichen. Holz hat den Vorteil, dass es sich an viele Stile anpasst und sich hervorragend mit Aluminium kombinieren lässt. Ein Holzwintergarten passt etwa gut zu einem ländlichen oder einem traditionellen Haus.
Ein Wintergarten aus Aluminium für moderne Häuser
Wintergärten aus Aluminium stehen im Wettstreit mit denen aus Holz. Das Material ist noch robuster und stabiler als Holz. Es rostet nicht und behält seine Form – bei Hitze und Kälte sowie bei Sturm und Temperaturschwankungen. Aluminiumprofile benötigen zudem weniger Pflege als Holz. Dennoch verfärben sie sich nicht und auch der Rost bleibt aus.
Zusätzlich helfen moderne Aluminiumprofile durch ihre Dämmeigenschaften beim Einsparen von Heizkosten. Sollten Sie sich nach vielen Jahren dennoch einmal für einen neuen Wintergarten entscheiden, können Sie dies auch als Umweltschützer bedenkenlos tun. Denn das umweltfreundliche Material lässt sich zu hundert Prozent recyceln.
Das moderne Material gibt Ihnen viel Freiheit bei der Gestaltung Ihres Wintergartens. Sie erhalten die Profile in vielen erdenklichen Farben, welche durch Eloxieren aufgebracht werden. Diese Oxidschicht blättert nicht ab. Ein weiterer Vorteil von Aluminiumprofilen ist, dass sie – um einen Verlust von Wärme zu verhindern – mit einer thermischen Trennung ausgestattet sind. Die Profile bestehen aus einer äußeren und einer inneren Schicht. Dazwischen befindet sich Dämmmaterial.
Wintergärten aus Kunststoff – praktisch, preiswert und pflegeleicht
Ein Wintergarten aus Kunststoff hält über lange Zeit der Witterung stand. Kunststoff ist jedoch nicht so robust und stabil wie Holz oder Aluminium. Dennoch bleibt der Wintergarten aus Kunststoff über viele Jahre hinweg optisch ansprechend und funktional. Kunststoff verfärbt sich jedoch schnell und das Material wird mit der Zeit spröde.
Das Material reicht optisch nicht an Holz oder Aluminium heran und bietet weniger Gestaltungsfreiraum. Durch die Mehrkammerstruktur der Kunststoffprofile punktet das Material bei der Isolierung. Durch diese bleibt es im Inneren des Wintergartens im Winter warm und im Sommer kühl. Dadurch sparen Sie an Heiz- und Kühlkosten.
Verglasung und Wärmedämmung berücksichtigen
Charakteristisch für einen Wintergarten sind große Glasflächen. Um viele davon zu schaffen, eignen sich Schiebetüren oder Faltschiebetüren. Durch diese können Sie den Wintergarten weit aufsperren, sodass er vorübergehend die Funktion einer Terrasse erhält und Sie direkt in der Natur bei frischer Luft sitzen. Wird es kühler oder das Wetter schlechter, schließen Sie die Türen und haben dennoch einen freien Blick in den Garten.
Bei der Verglasung kommt eine Zweifach- oder eine Dreifachverglasung infrage. Bei Letzterer müssen Sie mit höheren Kosten rechnen. Diese holen Sie durch die Energieeinsparung langfristig wieder herein, denn Dreifachverglasungen dämmen am besten und der Wärmeverlust bleibt gering. Wählen Sie eine Sonnenschutzverglasung, schützen Sie Ihren Wintergarten vor einem Hitzestau. Dennoch gelangt viel Licht in den Raum. Die Dachflächen benötigen ein Sicherheitsglas, damit bei Bruch keine gefährlichen Scherben hinunterfallen.
Durch große Glasflächen geht viel Wärme verloren. Verhindern können Sie dies, indem Sie Wärmebrücken vermeiden und auf eine gute Dämmung der Rahmenprofile achten.
Tipp: Setzen Sie Steuerungs- und Sensortechnik in Ihrem Wintergarten ein, regulieren sich die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Sonneneinstrahlung automatisch. Dadurch können sie Energie einsparen und brauchen sich um nichts zu kümmern.
Nutzungskonzept: Wohnraum oder Kaltwintergarten
Planen Sie einen Wintergarten, entscheiden Sie sich abhängig von der Nutzung für einen Kalt- oder einen Warmwintergarten.
Ein Kaltwintergarten hat keine Heizung, meist nur eine Einfachverglasung und keine Dämmung, sodass Sie ihn in den kühlen Monaten nicht zum Wohnen nutzen können. Er dient in den Wintermonaten lediglich dazu, Gartenmöbel unterzustellen und Pflanzen geschützt vor dem Wetter durch den Winter zu bringen. Möglich ist, dass Sie keine Baugenehmigung benötigen. Erkundigen Sie sich bei der zuständigen Behörde.
Ein Warmwintergarten ist dagegen das ganze Jahr über ein bewohnbarer Raum. Möglich macht dies seine Vollisolierung und eine durchdachte Belüftung.
Kosten und Budget realistisch kalkulieren
Wie viel ein Wintergarten kostet, hängt von vielen Faktoren ab. Zunächst machen Sie sich bewusst, dass jeder zusätzliche Quadratmeter Grundfläche die Kosten proportional erhöht. Zudem hängen die Wintergarten Kosten vom Wintergartentyp ab. Ein Kaltwintergarten ist für wesentlich weniger Geld zu haben als ein Warmwintergarten.
Einfluss auf den Preis haben zudem die Profilqualität, die Verglasung sowie die Wahl des Materials. Zudem entscheiden Sie nach Rücksprache mit der zuständigen Baubehörde und Ihrem Architekten, ob Sie ein- oder mehrgeschossig bauen und welche Dachform der Anbau haben soll. Zudem nimmt die Dachform Einfluss auf die Kosten sowie darauf, ob sie den Wintergarten direkt ans Gebäude anschließen oder nicht.
Bei einem Warmwintergarten kommen Kosten für die Ausstattung mit Öffnungselementen, Beschattungs-Lösungen, Smarthome-Integration sowie für die Beleuchtung hinzu. Dreißig Prozent der Kosten für einen Warmwintergarten planen Sie für die Elektrik, die Bodenbeläge, die Heizung sowie für das Fundament ein. Ein hochwertig ausgestatteter Wintergarten mit zwanzig Quadratmetern Fläche kann mit einer komfortablen Ausstattung bis zu mehr als 100.000 Euro kosten. Ein Standard-Warmwintergarten kostet bereits 60.000 bis 80.000 Euro. Günstiger kommen Sie mit einem Kaltwintergarten davon. Reicht Ihnen eine einfache Ausstattung, kostet er zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Wählen Sie eine hochwertigere Ausstattung, liegen die Kosten bei 40.000 bis 60.000 Euro. Diese Preise gelten für Wintergärten, die von einer Fachfirma errichtet werden, und beinhalten alle Nebenkosten.
Fachbetrieb oder Eigenbau – was ist sinnvoll?
Der Bau eines Wintergartens ist mit hohen Kosten verbunden. Deshalb stellen sich viele Hauseigentümer die Frage, ob sie beim Bau des Wintergartens nicht selbst Hand anlegen sollten. Schließlich haben Sie beim Bau Ihres Einfamilienhauses eine Menge an handwerklichem Fachwissen erworben.
Sicherer ist es dennoch, die Arbeiten in die Hände eines Fachbetriebes zu legen. Diese kennen sich mit den rechtlichen Bestimmungen aus und helfen Ihnen, bürokratische Hürden zu überstehen. Sie entwickeln ein Gesamtkonzept und wissen, welche Verglasung und welche Profile Sie benötigen. Fachleute kennen sich zudem mit der Belüftung, mit Klimaanlagen und mit Beschattungssystemen aus. Zudem kennen sie Lösungen für das Fundament und die Beheizung und können diese fehlerfrei umsetzen.
